Tuesday, 26 June 2007

Die Blutrünstige – The Bloodthirsty One

Wir versuchen, jedes Wochenende neue Orte im Kathmandu Tal zu besuchen. Manche sind überraschend touristisch (will heißen, es gibt Schilder auf Englisch und Menschen, die uns Sachen verkaufen wollen) während andere uns das gerade-entdeckt-Gefühl geben, das Entdecker in früheren Zeiten gehabt haben müssen, wenn sie neue Orte fanden. Der Tempel von Dakshinkali ist einer der letzteren Art. Erinnerungen an Indiana Jones Filme kommen auf, als wir den Tempel am Sonnabend besuchen. Sonnabend ist mit Sicherheit nicht der geeignete Tag für Zartbesaitete. Es ist der heiligste Tag der Hinduwoche und der Tag and dem der Göttin des Todes und Zorns, aber auch der Erneuerung, Kali, blutige Opfer dargebracht werden.

Der Tempel liegt ungefähr 50 km außerhalb von Kathmandu und kann leicht mit dem Taxi erreicht werden. Wie immer schaffen es die Nepalis aus dem Tempelbesuch ein Event zu machen und so laufen wir an Reihen von Marktständen vorbei, die allerlei billige und rituelle Dinge anbieten und fühlen uns, als seien wir beim Glastonbury Festival gelandet. Am Ende des Marktes ist eine Schlange von einigen hundert bunt gekleideten Gläubigen, die Opfer für die Göttin halten. Die Meisten kommen mit Blumen, Reis und Kokosnüssen, aber viele halten auch Hühner oder sogar Ziegen. Für die, die ihre Hühner vergessen haben, gibt es auf dem Markt auch welche zu kaufen. Kali verlangt jeden Dienstag und Sonnabend Opfer und dann sind am meisten Besucher da. Alle Opfertiere sollen unkastriert und männlich sein.

Ein Mann mit einer deutlichen Fahne beginnt mit uns zu Reden und führt uns hinunter zum Tempel, an den Schlangen von Nepalis vorbei zum Ende der Treppe. Der Tempel selbst ist nicht besonders interessant, es sind die Menschen, die hierher kommen. Der Alkoholiker verlangt 360 Rupien dafür, dass er uns die Treppe hinuntergeführt hat. Wir weigern uns, müssen nachher aber doch etwas zahlen. Dann spricht ein anderer Mann mit uns. Er und seine Familie sind aus Westnepal angereist um in den wichtigen Tempeln Nepals zu den Göttern zu beten. Er ist etwas gelangweilt und so bekommen wir nützliche Informationen, während wir uns hinter den Tempel zurückziehen und uns das Spektakel von dort aus ansehen. Ab und zu muss der Tempel gesäubert werden, aber ansonsten ist er den ganzen Tag voller Menschen. Spezielle Schlachter schlagen im Akkord die Köpfe von Hühnern und Ziegen ab. Die Besitzer der Tiere nehmen diese dann entweder mit nach Hause oder grillen sie gleich vor Ort für einen Sonnabendbraten. Wie immer sieht der Tempel aus wie ein großes Kinderparadies, voll von Gimmicks und kleinen Dingen, die das Leben lauter machen. Glaube ist laut in Nepal.

Dann sehen wir sie doch, die anderen Touristen. Drei davon. Es sind nicht viele, wenn man die Zahl der Nepalis bedenkt, aber trotzdem bleibt das Gefühl, dass sie in unsere Entdeckung eindringen.

We try to travel to new places in the Kathmandu valley every weekend. Some are surprisingly touristy (which means there are signs in English and people trying to sell you things) while others give you that newly discovered feeling that explorers in earlier times must have had when they visited new places. The temple of Dakshinkali is one of the latter kind. Memories of Indiana Jones films come up when we visit the temple on Saturday. Now, visiting the temple on Saturday is surely not for the faint-hearted, as it is the holiest day in the Hindu week and the day for bloody sacrifices to the goddess of death and wrath as well as renewal, Kali.

The temple lies around 50 km outside of Kathmandu and can easily be reached by taxi. As usual, the Nepalis manage to make an event out of the temple visit and so we walk along lines of market stands selling all things devotional or just cheap and feel decidedly like we just got into Glastonbury Festival. At the end of the market there is a queue of some hundred of colourfully dressed devotees, holding offerings to the goddess. Most hold flowers, rice and coconuts, but there are many holding chickens or even goats that will get slaughtered. If you forgot your chicken, you can also buy one on one of the stands. Every Tuesday and Saturday Kali demands for sacrifices and then the amount of visitors is highest. The animals sacrificed have to be non-castrated males.

A man with a distinct smell of alcohol starts talking to us and takes us down to the temple, past the queue of Nepalis to the bottom of the stairs. The temple itself is not very impressive, the people who come there are. The alcoholic starts demanding 360 Rupees for taking us down a set of stairs. We refuse but end up paying him something anyway. Another man starts talking to us. He and his family have come from the west of Nepal to worship the gods in all the important temples in Kathmandu. He is a bit bored and so we get some useful information while we retreat behind the temple and watch the spectacle from there. From time to time the temple has to be cleaned but otherwise it is jam-packed from early morning until night. Special butchers are there to chop of the heads of chickens and goats by the dozen. Their owners then take the animal and either grill it on the spot or take it home for the family dinner. As usual the temple looks like a big kid’s world, full of gimmicks and little things to make life louder. Believing is loud in Nepal.

We finally see them, the other tourists. Three of them. It is not a lot considering the amount of Nepalis but still, the feeling remains that they are intruding our discovery.

1 comment:

Rodrigo said...

Oi, achei teu blog pelo google tá bem interessante gostei desse post. Quando der dá uma passada pelo meu blog, é sobre camisetas personalizadas, mostra passo a passo como criar uma camiseta personalizada bem maneira. Até mais.

Message Board

Powered by TagBoard Message Board
Name

URL or Email

Messages(smilies)